REFERENZ - BAUWERKE IN BREMEN
Haus Holler Alle Nr. 75


1888 - Das erste Haus in der Holler Allee war das vom Landmann Hinrich Köster.
1899 - Hinzu kamen das Haus Nr. 28 vom Direktor beim Norddeutschen Lloyd Johann Friedrich Bremermann (1842-1913) und das Haus Nr. 30 vom Landmann Jacob Klatte.
1898 - Fertiggestellt waren insgesamt 13 Häuser mit den ungeraden Hausnummern 11, 13, 21, 23, 25, 27, 53, 55, 57, 63 und 65 sowie mit den geraden Nummern 28 und 30.
1900 - Insgesamt 15 Häuser waren bewohnt, weitere 7 befanden sich im Bau und weitere 3 waren noch unbewohnt.
1901 - Die Villen wurden z.T. von bekannten Bremer Familien bewohnt wie von Abegg (12), Lahusen (21), Finke (23) Nebelthau (25), Grimm (26), Bremermann (28), Bünemann (49) und Buchenau (63).
Der Kaufmann Johann Friedrich Müller (1846-1929) und die Bankierstochter Mary Theresa Schall (1860-1948) haben 1882 geheiratet. Auf Antrag wurde J.F. Müller per Beschluß des Bremer Senats im Jahr 1900 die Führung des Namens Müller-Schall gestattet.
1902 - Müller-Schall zog mit Familie in die vom Bremer Architekten Fritz Dunkel entworfene und 1901 fertiggestellte Villa in der Holler Allee Nr. 75.
Das 1902 bezugsfertige Haus verfügte über Gasbeleuchtung, eine Zentralheizung, mehrere prachtvolle Kamine, ein in Holz geschnitztes Treppenhaus sowie einen Personen- und Speiseaufzug.
Die großräumige, zentrale Halle wurde 1903 rundum mit Wandbildern des bekannten Bremer Historien-Malers Arthur Fitger ausgestattet.
1920 - Als Bewohner des Hauses Nr. 75 waren im Adressbuch der Stadt eingetragen der Kaufmann J.F. Müller-Schall sowie der Lokomotivführer Theodor Heinrich Friedrich Heinemann als Hausmeister und Franz Xaver Martin als Kutscher.
1922 - Die Villa wurde zu dieser Zeit vom Schwiedegersohn des Bankiers Müller-Schall, dem Teilhaber der Brauerei Beck&Co. Hermann Marwede (1878-1959) verwaltet. Hermann, Sohn von Johann Marwede (1846-1882) und dessen Frau Betti geb. Rutenberg (1854-1930), hatte Mary Katherina, geb. Müller-Schall im Jahr 1907 in Bremen geheiratet.
1930 - Als Bewohnerin J.F. Müller-Schall Wwe., war die Ehefrau des mittlerweile verstorbenen Bankiers eingetragen, ebenso der Kutscher Martin (bis 1931).
Das Grab von Friedrich und Teresa befindet sich in der Grablage AA188a auf dem Riensberger Friedhof.
1934 - Die Bremer HJ-Führung wie auch die SA-Gruppe beanspruchten das im Besitz der Familie Müller-Schall verbleibende Haus zur unentgeltlichen Nutzung.
1936 - Als Nutzer hatte die nationalsozialistische Sturm-Abteilung "SA-Gruppe Nordseee" das Haus Nr. 75 annektiert. Von hier aus koordinierte die SA in der "Reichskristallnacht" im November 1938 die Gewalt in Bremen.
1950 - Die Firma für Wollimporte Fuhrmann & CO. KG. übernahm nach 1945 das Haus als Eigentum bis 1975.
1992 - Die Bremische evangelische Kirche kaufte die Villa und konzentrierte dort als "forum Kirche" ihre Bildungseinrichtungen.












Die Wandmalereien von Arthur Fitger und seinen Mitarbeitern thematisieren den in Goethes Faust I. beschriebenen "Osterspaziergang" von Johann Wolfgang von Goethe als umlaufenden Fries.




In der Mitte der Hallendecke finden sich zwei Malereien in denen Fitgers Meister an der Münchner Kunstakademie, der Spätromantiker Moritz von Schwind (1804-1871) sowie der von ihm hoch geschätzte Maler Ludwig Richter (1803-1884) geehrt werden.









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